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Pressemitteilung
Internationaler Tag der indigenen Völker - indigene Rechte gestärkt
In diesem Jahr kann am 9. August, dem "Internationalen Tag der indigenen Völker", endlich einmal gefeiert werden: Gerade noch rechtzeitig - nach über 20 Jahren Verhandlung - hat der UN-Menschenrechtsrat in Genf die "UN-Deklaration zu den Rechten indigener Völker" angenommen. Eine Ratifizierung der Deklaration durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird im September dieses Jahres erwartet. Das Dokument, das die Rechte der Indigenen international anerkennt und stärkt, wurde in der ersten Sitzungsperiode des neuen Gremiums mit 30 Ja-Stimmen, einschließlich der Stimme Deutschlands, 12 Enthaltungen sowie 2 Gegenstimmen verabschiedet. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Arbeit indigener Organisationen, die jetzt zusätzlich zur ILO-Konvention 169 ein weiteres wichtiges Instrument erhalten haben, um ihre Rechte einzufordern.
Das Überleben indigener Völker ist weltweit zunehmend gefährdet. In vielen Regionen der Erde werden Ökosysteme zerstört und den dort lebenden Menschen die Lebensgrundlage entzogen. Die indigenen Völker der Regenwälder leiden unter illegaler Abholzung, der Ausweitung von Soja- und Palmölplantagen sowie der Förderung von Erdöl. Sie verlieren den Zugang zu ihrem Land, ihr Trinkwasser wird verseucht, Krankheiten breiten sich aus. Aber auch Anfeindungen durch die nicht-indigene Bevölkerung und der Zuzug von Siedlern zerstören ihre Lebensweise.
Tropenwälder sind nicht nur ein Lebensraum indigener Völker, als grüne Lungen schützen sie das Klima unserer Erde. Die Folgen des Klimawandels in den Regenwaldgebieten, Verschiebungen der Vegetationszonen oder Dürre, sind von der dort lebenden Bevölkerung deutlich zu spüren. Aus diesen Gründen sind Städte und Gemeinden in Europa im Rahmen des Klima-Bündnis eine Partnerschaft mit den indigenen Völkern des Amazonasgebietes eingegangen. Gemeinsam setzen sie sich für den Schutz des globalen Klimas ein. Die europäischen Kommunen verringern ihre Treibhausgas-Emissionen und die AmazonasbewohnerInnen kämpfen für ihren Lebensraum Regenwald. Das Klima-Bündnis unterstützt seit 15 Jahren indigene Organisationen durch Projektpartnerschaften vor Ort und bei ihrer politischen Arbeit. Die Mitglieder im Klima-Bündnis leisten somit einen Beitrag zur internationalen Anerkennung der Rechte indigener Völker.
Joachim Lorenz, stellvertretender Vorsitzender des Klima-Bündnis und Dezernent für Gesundheit und Umwelt in München, begrüßt den Beschluss des UN-Menschenrechtsrats: "Die Annahme der Deklaration zu den Rechten der indigenen Völker durch die UN ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der allgemeinen Menschenrechte für die weltweit bedrohten indigenen Völker. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass tagtäglich die Rechte dieser Gruppen durch Regierungen und Unternehmen für kurzfristiges Gewinnstreben geopfert werden."
Die Öffentlichkeit soll auch in Europa weiter über die Rechte indigener Völker informiert werden. Gemeinsam mit weiteren Organisationen des ILO 169-Koordinationskreis und der Evangelischen Akademie Iserlohn veranstaltet das Klima-Bündnis vom 31. August bis zum 2. September 2006 die Tagung "Indigene Völker und die ILO-Konvention 169: Europa sucht den Dialog". An der Veranstaltung nehmen indigene Gäste aus Südamerika teil: Patricia Gualinga, Kichwa der Gemeinde Sarayaku in Ecuador, und José Luis González, Nationalratsabgeordneter der venezolanischen Regierung und ehemaliger Präsident des Klima-Bündnis.
Kontakt: Silke Lunnebach, Fon +49-69-717139-32 s.lunnebach@klimabuendnis.org
http://klimabuendnis.org und http://www.ilo169.de Unter http://indigene.de/indigenenews.html finden Sie das Dokument "Declaration on the Rights of Indigenous Peoples" wie auch das Programm und die Anmeldung zur ILO-Tagung in Iserlohn.
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Climate Alliance / Klima-Bündnis / Alianza del Clima e.V.
Das "Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V" ist das größte thematische Städtenetzwerk in Europa. Die über 1.300 Mitgliedskommunen sind eine Partnerschaft mit indigenen Völkern der Regenwälder eingegangen, um gemeinsam das globale Klima zu schützen. Aufgabe der Mitglieder des im Jahr 1990 gegründeten Städtenetzwerkes ist die Ausarbeitung und Umsetzung lokaler Klimaschutz-Maßnahmen insbesondere in den Bereichen Energie und Verkehr sowie die Zusammenarbeit mit indigenen Völkern zum Erhalt der tropischen Regenwälder. Kooperationspartner ist die COICA, der Dachverband der nationalen Indigenenorganisationen im Amazonasgebiet. Das Klima-Bündnis repräsentiert 50 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Europa.
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Internationaler Tag der indigenen Völker
Die UN haben den 9. August zum "Internationalen Tag der indigenen Völker" erklärt. Seit 1994 wird an diesem Tag auf die Anliegen von indigenen Völkern weltweit aufmerksam gemacht - bislang mit mäßigem Erfolg. 350 Millionen Menschen auf der Erde gehören rund 5000 indigenen Völkern, Nationen und Gemeinschaften an. Sie leben in ihren traditionellen Gebieten in über 70 Ländern. Sie unterscheiden sich meist kulturell sowie sprachlich von der übrigen Bevölkerung und leben vielfach noch in enger Beziehung zur Natur. Oftmals sind Indigene Opfer von Diskriminierung, Ausbeutung, Unterdrückung, Folter und staatlichem Mord bis hin zum Genozid. Im Amazonasgebiet leben 1,5 Millionen indigene Menschen, die rund 400 Völkern unterschiedlicher Kultur und Sprache angehören.
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ILO-Konvention Nr. 169
Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO / ILO) wurde 1919 gegründet. Sie ist eine Sonderorganisation der UN, die sich aus VertreterInnen von Regierungen, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen der 173 Mitgliedsstaaten zusammensetzt und weltweit die soziale Sicherheit sowie Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern soll. Mit der "ILO-Konvention 169 über indigene und in Stämmen lebende Völker", die 1989 unterzeichnet und 1991 ratifiziert wurde, werden erstmalig in einem internationalen Vertragswerk die Rechte indigener Völker anerkannt.
------------------------------------- Klima-Bündnis / Alianza del Clima e.V. European Secretariat Galvanistr. 28, D-60486 Frankfurt am Main fon +49-69-717139-0, fax +49-69-717139-93 europe@klimabuendnis.org www.klimabuendnis.org
Angela Hanisch, Press Officer fon +49-69-717139-12, fax +49-69-717139-93 a.hanisch@klimabuendnis.org |
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